Gastbeitrag von Damaris | Jugendbücher von Loewe - Empfehlungen und Neuerscheinungen
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11.09.2014

Gastbeitrag von Damaris

Die Ansprüche heutiger Leser – Muss sich das Buchgenre ständig neu erfinden?
 
Neue, noch nie dagewesene Geschichten sind bei den Lesern Trumpf. Buchbewertungen und Rezensionen bestätigen das. Bloggerin Damaris von damarisliest.de beschäftigt sich mit der Frage, ob sich das Buchgenre laufend neu erfinden muss, um die Leser zufriedenzustellen und freut sich auf einen Austausch dazu in der Kommentarfunktion.

Vielleser sind anspruchsvoll. Gelegenheitsleser etwas einfacher zu begeistern. Diese Behauptungen stelle ich einfach mal in den Raum. Und es ist auch ganz folgerichtig, dass Leser, die jeder Neuerscheinung entgegenfiebern, sich im Handel, auf Buchmessen und Literarturblogs informieren, vielleicht sogar selbst bloggen, viele Genres oder Buchthemen in und auswendig kennen. Hier zähle ich mich selbst dazu. Wir haben uns an die diversen Genres gewöhnt, sind gerade darum vielleicht auch verwöhnt.
 
In Blog-Rezensionen oder auf Onlineportalen liest man Sätze wie „Das war mal etwas ganz Neues" oder „Das Buch hebt sich deutlich von der Masse ab" oder „So etwas habe ich in diesem Genre noch nie gelesen". Sie sind meist ein Indikator dafür, dass dem Leser das Buch gefallen hat – schließlich war es ja neu, frisch und unverbraucht. Aber müssen in Büchern wirklich ständig neue Themen behandelt, neue Untergenres erfunden werden?
 
Der Buchhandel unterliegt genauso tendenziellen Trends wie allgemeine Konsumgüter, etwa Mode, Make-up oder Autos. Irgendwann sind bestehende Buchgenres nahezu ausgereizt. Für mich kommt es darauf an, wie Autor und Verlag ein Thema auslegen, das Genre ist dabei zweitrangig geworden. Colin Blackburn („Splitterherz“) ist nicht Edward Cullen („Biss zum Morgengrauen“). Ganz klar, niemand will etwas über einen zweiten, dritten und vierten Edward lesen. Ein Buch, in dem der Hauptprotagonist glitzert, ist also nicht drin. Unter keinen Umständen.
 
Doch ein Genre lebt von so viel mehr als Klischees und Stereotypen. Beispiele gibt es viele. Dystopische Welten gab es schon vor Marie Lus „Legend“ oder Ursula Poznanskis „Die Verratenen“. Neu ist das Genre also nicht. Ihre Reihen wurde aber gerade wegen der außergewöhnlichen Charaktere und der unvorhersehbaren Handlung zu einem Lieblingshit bei vielen Jugendlichen und All Age-Lesern. Bestimmt haben auch Jennifer Benkau und Dan Wells nicht voneinander abgeschrieben, als sie die Percents („Dark Canopy“) und die Partials („Der Aufbruch“) erfunden haben. Bei der großen Masse an Buchveröffentlichungen sind Parallelen fast unvermeidbar und für mich absolut kein K.-o.-Kriterium.
 
Entscheidend ist die Umsetzung und was aus der Geschichte gemacht wird. Wie werden die Charaktere gestaltet? Sind sie echt oder Genremitläufer? Gibt es Wendungen, die ich überhaupt nicht erwartet habe? Ja, dann können mich auch heute noch Bücher aus bekannten Genres überraschen und mitreißen.
Sollte ein Autor tatsächlich einmal eine goldene Hand und den richtigen Riecher beim Schreiben haben und etwas völlig Neues zu Papier bringen – perfekt. Ich würde es lesen. Genau wie jede vielversprechende Neuerscheinung aus einem „alten“ Genre.
 
Liest du gerne bekannte Buchgenres oder lieber neue Geschichten, die es noch nie gab? Gibt es vielleicht sogar ein Genre, an dem du dich „sattgelesen“ hast?

 
Damaris Metzger schreibt für ihren Buch-Blog „Damaris liest.“ und manchmal auch für die News des Loewe und script5 Verlags. Außerdem betreibt sie eine Facebook-Seite zum Blog.

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